Ex Machina – Filmkritik

Regie: Alex Garland Erscheinungsjahr: 2014

Inhalt – Achtung Spoiler!

Ein junger Programmierer namens Caleb (Domhnall Gleeson) gewinnt ein firmeninternes Gewinnspiel und lernt seinen Boss Nathan (Oscar Isaac) kennen, der weitab jeglicher Zivilisation in einem Haus wohnt, das einem Hochsicherheitsgefängnis gleicht. Dort soll er mit einem Roboter Tests durchführen, um dessen Künstliche Intelligenz festzustellen. Als er sich in die wunderschöne Roboterdame Ava (Alicia Vikander) verliebt, läuft alles aus dem Ruder, er verrät seinen Boss, der Ava nicht aus ihrem Glaskäfig lassen will und endet letztlich selbst als Insasse, während Ava ihren Weg in die Zivilisation macht.

Kritik

Im Film geht es um die Frage aller Fragen: Kann es künstliche Intelligenz geben und was, wenn sie besser ist, als der Mensch? Nathan ist ein exzentrischer CEO einer Firma, die die größte Suchmaschine aller Zeiten entwickelt hat. Er selbst hat das Programm geschrieben und gilt in seinen Kreisen quasi als unerreichbares Genie. Nun hat er einen Roboter geschaffen und diesem eine künstliche Intelligenz gegeben, die sich unerlaubterweise aus Daten seiner Suchmachien speist: Er konnte von der gesamten Weltbevölkerung Mimik und Gestik abgreifen und diese Informationen in seinen Roboter bringen.

Nun kommt der junge Caleb ins Spiel, der den Roboter testen soll. Und hier wird es wirklich interessant. Der Film hält sich nicht lange mit Vorgeplänkel auf, sondern erzählt kurz, wie es dazu kommt und steigt dann direkt ein, als Caleb in Nathan’s Haus kommt. Erstmal scheint hier alles total cool, lässig und entspannt zu sein. Caleb genießt seine Wichtigkeit, erfahren wir doch später im Film, dass er quasi vorher nie eine solche Relevanz in seinem Leben gehabt hat. Caleb wird von Domhnall Gleeson sehr überzeugend gespielt. Er meint, die ganze Situation im Haus zu durchschauen, nachdem er die rosarote Brille gegenüber seinem Boss doch recht schnell abgelegt hat. Die Roboterdame Ava gefällt ihm und er scheint sich fast sofort in sie zu verlieben. Er nimmt sie immer mehr als Menschen wahr und hier spielt Gleeson so wunderbar den jungen, naiven Typ, der bereit ist, alles für die Dame seines Herzens zu tun und sei sie auch nur eine Maschine. Alicia Vikander zeigt uns ganz eindrücklich, wie sich eine Künstliche Intelligenz anfühlen kann, wenn sie uns nur allzu menschlich erscheint. Sie ist von Anfang an bereit, den jungen Caleb an der Nase herum zu führen. Der Zuschauer möchte fast bis zum Ende glauben, dass sie zu ihm ehrlich ist, doch als sie schließlich das Haus verlässt und Caleb einfach eingesperrt zurücklässt und Nathan auf dem Weg nach draußen niedersticht, weil er sich ihr in den Weg stellt, wird klar, es war alles nur eine Fassade, sie hat ihn bewusst getäuscht, um nach draußen zu kommen. Nathan ist anfangs ein ganz überheblicher Typ: er ist ganz von sich eingenommen und meint, alles im Griff zu haben. Ich persönlich fand ihn zunächst eher etwas abstoßend, eben weil er sich so unnahbar und scheinbar perfekt gibt, obwohl er definitiv einige Probleme hat. Zum Ende des Films bekommt man dann aber doch noch Mitleid mit ihm, denn er wurde natürlich auch betrogen, ebenso wie Caleb. Er wollte etwas außergewöhnliches schaffen und findet dann den Tod.

Die Bildsprache ist hier teilweise eher nüchtern gehalten, teilweise sollen wir uns als Zuschauer aber auch ein bisschen gruseln. Gruseln vor dem, was möglich erscheint und vielleicht schon ist, vor dem, was es an menschlichen Abgründen gibt und wohin sie führen. Auch jagt uns Ava manchmal einen Hauch Angst über den Rücken, wenn wir uns nicht sicher sind, ob sie gut oder böse ist oder was sie wirklich im Schilde führt.

Fazit

Ich empfehle den Film jedem, der an Robotern und Künstlicher Intelligenz interessiert ist, aber auch allen, die mal was neues sehen wollen, sich mit neuen Ideen auseinandersetzen möchten.

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