The Day After Tomorrow – Filmkritik

Regie: Roland Emmerich Erscheinungsjahr: 2004

Apokalypse ist jetzt

Roland Emmerich erzählt in seinem Film ein Weltuntergangsszenario. Zunächst aber ist natürlich alles noch normal. Die Leute gehen ihrem täglichen Leben nach, Sam (Jake Gyllenhaal) fliegt nach New York um dort mit seinem Schulteam an einem Wettbewerb teilzunehmen. Schon während des Fluges werden er und seine Mitschüler von Turbulenzen in Atem gehalten, aber alles geht gut. Er ist hauptsächlich wegen seiner hübschen Mitschülerin Laura (Emmy Rossum) ins Team eingetreten, doch diese interessiert sich erst mal noch für einen anderen.

Kaum hat der Wettbewerb die erste Runde durchlaufen, beginnt es in Los Angeles wie verrückt zu stürmen. Tornados reißen die Häuser nieder und alles sieht innerhalb kurzer Zeit aus wie nach einem Weltkrieg. Sams Vater Jack (Dennis Quaid) ist Wetterspezialist und hat erst kürzlich einige Berechnungen angestellt, wonach sich irgendwann das Weltklima komplett ändern soll. Wann das Ganze sein soll? Naja so in 100 bis 1000 Jahren, glaubt er. Da alles weit weg scheint, schenkt ihm von den großen und mächtigen Entscheidern der USA natürlich keiner auch nur im mindesten Gehör.

Nachdem Los Angeles in Schutt und Asche liegt, scheinen sich Jacks Berechnungen zu bewahrheiten, aber eben viel eher als gedacht: riesige Stürme ziehen über den kompletten Globus, es hagelt Fußbälle, es regnet tagelang Bindfäden bis schließlich eine riesige Welle ganz New York unter Wasser setzt. New York? Da war doch was? Ja richtig, dort sitzt Sam mit seinen Mitschülern in der Bibliothek fest. Jack muss also hin und seinen Sohn samt Gefolgschaft retten. Ziemlich hirnrissiges Unterfangen aber die Liebe zu den eigenen Kindern ist halt grenzenlos und unendlich.

Aussitzen bis zum Ende

The Day After Tomorrow ist ein gut gemachter Weltuntergangsfilm. Die Special Effects können sich auch nach all den Jahren noch sehen lassen. Die Story selbst ist natürlich nur eher dünn geraten. Es werden einfach ein paar Charaktere in eine denkbar missliche Lage gebracht und dann beobachten wir sie zwei Stunden lang, wie sie sich daraus hoffentlich wieder irgendwie befreien. Roland Emmerich konzentriert sich im Film viel auf bildgewaltige Katastrophenszenarien, dennoch verliert er nie die Geschichte seiner Figuren aus den Augen. So wechseln sich eindrückliche Desastermomente mit emotionalen Situationen ab, in denen sich die Charaktere befinden. Mir hat besonders gefallen, dass sich die beiden Anteile im Film ziemlich die Waage halten. Auch verfällt der Regisseur nicht in blind wütenden Voyeurismus, der sich nur mit dem Zerstören möglichst vieler Megacitys aufhält.

Ein guter Film für die Unterhaltung am Abend. Genau der richtige Tiefgang, um die Spannung aufrechtzuerhalten über zwei Stunden, aber nicht zu viel, dass der Film dem geneigten Zuschauer zu lange auf der Seele liegt.

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