Docteur Knock – Filmkritik

Regie: Lorraine Lévy Erscheinungsjahr: 2017

Vom Ganoven zum Mediziner

Dr. Knock ist ein Ganove, der dringend vor seinen Kollegen fliehen muss und landet eher zufällig auf einem Schiff, dort soll er die Behandlung der Passagiere und der Crew übernehmen, obwohl er eigentlich keine Ahnung von der Materie hat. Da er aber ein ganz cleveres Kerlchen ist und auch mit ausreichend Selbstbewusstsein gesegnet ist, nimmt er den Job kurzer Hand an. Recht schnell eignet er sich einige Kenntnisse an und findet heraus, dass die Behandlung von Patienten auch ein lukrativer Job sein kann, vor allem, wenn diese noch gar nicht wissen, dass sie eigentlich einer Behandlung bedürfen.

So landet Dr. Knock schließlich in einem recht verschlafenen französischen Kaff, dort ist gerade eine Stelle als Arzt mit eigener Praxis frei geworden. Diese Chance lässt er sich nicht entgehen. Durch seine charmante Art wird er recht bald eine feste Größe im Ort. Die Menschen vertrauen ihm und schätzen ihn. Obwohl er den Leuten Behandlungen verschafft, die nicht nur teuer sondern eigentlich auch unnötig sind, schafft er es, dass die kleine Gemeinde und die ansässigen Menschen regelrecht aufblühen.

Altlasten

Das alles geht eine Weile sehr gut und Dr. Knock genießt sein Leben und sein Ansehen. Doch dann entwickelt sich alles in eine unerwartete Richtung, als ein alter Bekannter in der Kleinstadt auftaucht und den Kontakt zu Dr. Knock sucht.

Docteur Knock ist ein herrlich französischer Film. Keine übliche Komödie, obwohl es doch hin und wieder was zu lachen gibt. Ich mag besonders, die Stimmung und die Farben in denen der Film gehalten ist: alles ist warm und angenehm, es ist wirklich eine Freude. Der Film wurde in mehreren kleinen Städten in Frankreich gedreht und das ist auch auf den ersten Blick erkennbar: alles ist sehr authentisch französisch. Ich entwickle dabei fast schon Fernweh, Frankreich ist sozusagen meine zweite Heimat und so tolle Bilder aus dem Land zu sehen, lässt mein Herz höher schlagen.

Omar Sy mochte ich bereits in Ziemlich beste Freunde. Er hat eine gute Ausstrahlung und schauspielerisch einiges auf dem Kasten. Das zeigt er auch in diesem Film. Er wirkt nie aufgesetzt oder unecht sondern immer, als wäre er tatsächlich die Rolle, die er verkörpert. Es wird Zeit, dass dieser Mann größere Rollen bekommt. Gott sei Dank wird in diesem Film niemals die Hautfarbe des Docteur Knock thematisiert. Das ist wirklich sehr angenehm. Wer schon öfter französische Filme gesehen hat, kennt die Ausstrahlung und das Auftreten der Leute in den Nebenrollen, die wie in anderen Filmen auch, keine bekannten Schauspieler sind. Irgendwas Spezielles haben diese französischen Nebenschauspieler aber immer. Kommen wir nun zum einzigen, was mich am Film stört, wofür aber niemand etwas kann: die Synchronisation ist immer eine Katastrophe. Nicht weil sie per se schlecht wäre, sondern weil es nahezu unmöglich ist, zwei so unterschiedliche Sprachen irgendwie zusammen zu bringen, sodass es passt. Französisch hat nun mal ein ganz anderes Tempo und natürlich sind die Wörter auch ganz anders als im Deutschen und somit ist das immer irgendwie störend. Wer will, sollte sich den Film vielleicht in Originalton mit Untertitel ansehen.

Docteur Knock ist eine schön geschriebene und umgesetzt Geschichte mit tollen Schauspielern, toller Kamera- und Regiearbeit und ganz besonders toll ausgewählten Drehorten. Hier haben sich der Cast und die Crew sehr viel Mühe gegeben, diesen Film perfekt zu machen und das sieht man wirklich. Es ist ganz sicher ein perfekter Film für eine leichte Abendunterhaltung, aber auch für Fans von liebevoll gemachten Genrefilmen.

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