Vier gegen die Bank – Filmkritik

Regie: Wolfgang Petersen Erscheinungsjahr: 2016

Geld futsch, Träume futsch

In Vier gegen die Bank treffen sich drei recht unterschiedliche Typen, die alle ihr angelegtes Geld verloren haben. Einer ist Werbefuzzi Max (Matthias Schweighöfer), der seine eigene Agentur starten will, einer ist Boxer und Fitnesstrainer Chris (Til Schweiger), mit dem Wunsch nach dem eigenen Studio und der Dritte schließlich ist der abgehalfterte Schauspieler Peter (Jan Josef Liefers), der eigentlich nur sich und seiner Familie das weitere Auskommen sichern will. Sie sind nun also sauer und wollen den verantwortlichen Bankangestellten aufknöpfen. Dieser heißt Tobias (Michael Herbig) und ist ein totales Weichei, hat allerdings immer nach bestem Wissen und Gewissen mit dem Geld seiner Kunden gearbeitet. Doch sein fieser Chef wollte ihn aus dem Weg räumen, damit die gut aussehende Kollegin stattdessen befördert werden kann. Der Chef legt Tobias also rein, damit er endlich einen Grund hat, ihn rauszuschmeißen. Es klappt und schon findet Tobias sich in der Gewalt seiner drei Ex-Kunden wieder.

Bevor die drei allerdings ernst machen, haben sie eine neue Idee. Sie wollen die Bank überfallen und Tobias ist ihr Insider. Tobias schiebt ja nun auch einen ziemlichen Hals auf seinen ehemaligen Arbeitgeber und macht mit. Der Überfall wird geplant und diskutiert und gelingt auch sogar. Allerdings stellen die vier kurz darauf fest, dass die Scheine markiert sind und sie mit dem Geld so nichts anfangen können. Zu allem Überfluss haben sie auch noch die gewiefte Ermittlerin Zollner (Antje Traue) am Bein. Es muss also schnellstens ein neuer Plan her.

Remake ja, aber…

Vier gegen die Bank ist ein Remake von Wolfgang Petersens eigenem Film von 1976. Die Story an sich ist auch nicht verkehrt und hätte sicherlich einiges brauchbares geliefert. Jetzt kommt das große Aber. Wolfgang Petersen wählt für den Film die wahrscheinlich vier bekanntesten deutschen Schauspieler und lässt sie zu einer Karikatur ihrer selbst werden. Alles wirkt fürchterlich aufgesetzt und unehrlich. Bis auf wenige Gags verlaufen alle anderen völlig im Sande. Für Til Schweiger habe ich mich ehrlich fremdgeschämt und ich habe den Eindruck, ihm hat es auch keinen Spaß gemacht. Seine Rolle als angealterer Boxer, der ständig aus der Haut fahren will und jeden verprügeln will, der ihm quer kommt, war an Dämlichkeit kaum zu überbieten. Til Schweiger ist bei diesem Film wirklich am schlechtesten weggekommen. Matthias Schweighöfer and Jan Josef Liefers hatten wenigstens ein paar gute Momente, der Rest ihrer Screentime verliert sich aber irgendwie. Am besten gefiel mir noch Michael Herbig, aber auch er bekommt natürlich nur eine Karikatur seiner bisherigen Rollen und nichts eigenständiges.

Bitte versteht mich nicht falsch, ich möchte die Schauspieler nicht zu Unfähigen degradieren, jeder von ihnen kann durchaus gut schauspielern, keine Frage. Das hat jeder schon in anderen Filmen gezeigt. Til Schweiger in durchaus mehr als einem Film, aber spontan fällt mir da „Honig im Kopf“ oder „Barfuß“ ein. Matthias Schweighöfer in einem sicherlich vergessenen kleinen Meisterwerk „Kammerflimmern“, Jan Josef Liefers schon unter anderem in vielen Tatortfolgen. Zu Michael Herbig muss ich wohl kaum etwas sagen, keiner zweifelt an seinem Können und Talent, oder?

Es ist nur einfach so, dass dieser Film und die Rollen quasi so gar nichts für diese Schauspieler tun. Im Gegenteil, sie werden in dämliche Rollen gesteckt, die ihnen überhaupt nicht im Mindesten gerecht werden können, schon allein weil sie viel zu platt gedacht und nicht im geringsten ausgearbeitet sind. Man hätte so viel rausholen können, aber leider hat das keiner gemacht. Sehr schade. Den Film kann sich wohl jeder sparen.

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