Nanga Parbat – Filmkritik

Regie: Joseph Vilsmaier Erscheinungsjahr: 2010

Inhalt – Achtung Spoiler!

Nanga Parbat ist ein deutscher Film aus dem Jahr 2010. Er erzählt als eine Mischung aus Dokumentation und Spielfilm die Geschichte rund um Reinhold und Günther Messners Aufstieg auf den „Schicksalsberg der Deutschen“, den Nanga Parbat. Der Film arbeitet viel mit Rückblenden, die genauen Zeitangaben geben dem Zuschauer dabei eine genaue Orientierung, wann die Handlung stattfindet, zusätzlich wird außerdem recht chronologisch erzählt, sodass es keine Verwirrung gibt.

Die ganze Geschichte wird so aus der Sicht von Reinhold Messner erzählt, es beginnt zunächst mit Erinnerungen an die Kindheit der beiden Brüder. Schließlich gibt es einen Zeitsprung und der Film geht direkt mit der Erzählung des Aufstiegs am Berg weiter. Zwischendurch gibt es ein paar wenige Szenen, die erklären wie es dazu kommt, dass Reimhold und Günther beide an der Expedition teilnehmen können.

Kritik

Der Film hat viele Eigenschaften eines Dokumentarfilms. Es gibt zum Beispiel fast keine Musik, bis auf ganz wenige Szenen. So ist der Zuschauer immer sehr bei der Handlung. Die beiden Schauspieler, Florian Stetter als Reinhold und Andreas Tobias als Günther haben stellenweise noch etwas Luft nach oben. Der Film zeigt zwar, wie die beiden am Berg kämpfen, aber der Zuschauer spürt es leider nicht richtig. Vielleicht wäre hier etwas Musik doch ganz hilfreich gewesen, um das Publikum mehr abzuholen. Karl Markovics nimmt man seine Rolle als Dr. Herrligkoffer dafür total ab. Diese Rolle kann er gut ausfüllen: Einerseits versucht er der Chef zu sein, dann wieder möchte er auch ein Kumpel der viel jüngeren Bergsteiger sein, merkt aber gleich, dass er sich dabei eher lächerlich macht und bricht sein Vorhaben schnell wieder ab. Man bekommt hier ein gutes Gefühl dafür, was er denkt und erlebt. Wohingegen das bei Reinhold und Günther doch eher unbekannt bleibt.

Was den Film natürlich so besonders macht, ist die Tatsache, dass die Geschichte auch so passiert ist. Wir erleben somit eine wenn nicht sogar die schlimmste Katastrophe in Reinhold Messners Leben mit: wie er und sein Bruder euphorisch und vielleicht auch mit etwas jugendlichem Leichtsinn aufbrachen, um den Nanga Parbat zu besteigen und wie Reinhold das Versprechen an seine Mutter, Günther heil zurück zu bringen, nicht halten konnte. Die Dramatik wird in recht ruhigen und unaufgeregten Bildern dargestellt. Es gibt keine effekthascherischen Szenen.

Fazit

Ich finde den Film insgesamt recht gut gelungen, ich würde ihn Leuten empfehlen, die am Leben von Reinhold Messner interessiert sind, die vielleicht auch schon das dazugehörige Buch von ihm gelesen haben. Sie werden bei diesem Film auf jeden Fall auf ihre Kosten kommen.