Regie: Tom Hooper Erscheinungsjahr: 2010
Inhalt
The King‘s Speech besticht durch eine extrem gute und interessante Kameraführung, intensive Dialoge und wunderbar untermalende Musik.
Die Filmbiografie erzählt die Geschichte einer recht unwahrscheinlichen Freundschaft: Herzog wird wider Erwarten doch zum König, was er nie wollte, denn er stottert und jeder öffentliche Auftritt ist somit für ihn ein absoluter Graus. Ein Sprechtrainer mit sehr unkonventionellen Methoden soll ihm aus diesem Dilemma helfen.
Die beiden so unterschiedlichen Männer finden während den Sitzungen eine gemeinsame Basis und so entwickelt sich die Freundschaft.
Kritik
Die Kameraarbeit überzeugt hier auf ganzer Breite: sie schafft es, die Zwickmühlen und das Leiden von König George (Colin Firth) einzufangen, setzt ihn immer wieder bewusst in die Ecke des Bildes um damit seine Gefühle der Beklommenheit und des in die Ecke gedrängt seins zu transportieren. Durch die häufigen Großaufnahmen fühlt der Zuschauer mit, er leidet mit und meint fast, selbst im Film dabei zu sein.
Colin Firth liefert hier eine wahre Glanzleistung ab: er schafft es in jeder Minute die Gefühle, die Anspannung, die Last, die auf seinen Schultern lastet, durch seine Mimik sehr eindrucksvoll zu transportieren. Als Zuschauer fühlt man sich hier richtig in den Bann gezogen.
Auch Lionel (Geoffrey Rush), der Sprechtrainer, ist eine vielschichtige und gut umgesetzte Figur: er ist kein ausgebildeter Trainer oder Therapeut, dennoch hat er in seinem Leben so viele Erfahrungen gesammelt und Menschen mit Sprechproblemen geholfen, dass er weiß, wie er so etwas anpacken muss: einfache Übungen, um das Symptom wegzukriegen reichen nicht aus. Die Menschen brauchen tiefergehende Hilfe. Sie brauchen jemanden, der ihnen eine Stimme gibt und zwar eine echte, die sagen darf, was sie sagen will und nicht nur das, was andere hören möchten. Er schafft es, dem König seine eigentlichen und viel tieferliegenden Probleme zu entlocken und damit seine innerlichen Blockaden, die sich durch das Stottern manifestieren, langsam aufzuweichen. Geoffrey Rush zeigt hier sein schauspielerisches Talent: besonders seine Gestik bleibt hier im Kopf, aber auch die Mimik, die in vielen Großaufnahmen festgehalten wird.
Da ich ein Fan von Schauspielern und Schauspielerinnen mit ausdrucksstarker Mimik bin, ist dieser Film für mich ein wahrer Augenschmaus.
Helena Bonham Carter hat hier mal eine ganz andere, weil sehr seriöse, Rolle, die ihr aber gut steht. Zugegeben, als Zuschauer hat man vielleicht stellenweise etwas Probleme, ihre anderen, sehr außergewöhnlichen Rollen wie z.B. in Fight Club, Sweeney Todd und Dark Shadows, beiseite zu schieben. Dennoch hat Helena trotz recht wenig Screentime definitiv gezeigt, dass sie auch die seriöse Rolle drauf hat.
Fazit
Wer Filmbiografien mag und Spaß an Filmen mit viel Dialog hat, der wird hier einen richtig tollen Film zu sehen bekommen. Für mich rundum gelungen, ich bewundere besonders die Kameraarbeit, aber natürlich auch die Leistungen der Schauspieler, insbesondere die von Colin Firth.