Codename U.N.C.L.E. – Filmkritik

Spannende Retro-Actionkomödie, die zu unterhalten weiß.

Regie: Guy Ritchie Erscheinungsjahr: 2015

Inhalt – keine Spoiler!

Während des kalten Krieges müssen zwei Agenten (Henry Cavill und Armie Hammer) der verfeindeten USA und Russland zusammenarbeiten um die Welt zu retten. Hilfe bekommen sie dabei ungeplant von einer jungen Automechanikerin (Alicia Vikander), die allerdings selbst das ein oder andere Geheimnis verbirgt.

Kritik

Dieser Film erinnert uns vom Stil her an die Ocean‘s Filme: besonders die eingesetzten Splitscreens fördern das. Die Story um nichts geringeres als die Rettung der ganzen Welt, ist so alt wie eben diese. Trotzdem weiß der Film uns zu unterhalten:

Zunächst scheint die Story noch recht vorhersehbar vor sich hin zu plätschern. An spannenden Actionszenen wird schon direkt am Anfang kaum gespart, doch bleibt alles noch ziemlich unaufgeregt. Die Rollenverteilung scheint klar: zwei (natürlich männliche) Geheimagenten sind auf eine ganz große Mission angesetzt, ein hübsches junges Fräulein darf als Ablenkungsobjekt fungieren, so weit, so bekannt, so langweilig.

Dann aber nimmt der Drehbuchautor alles und rührt mal kräftig durch: Rollen werden vertauscht, Geheimnisse werden preisgegeben und alles bekommt den ein oder anderen netten Plot-Twist. Wie und was dabei passiert, möchte ich an der Stelle nicht verraten, das wäre unnötiges spoilern, aber es sei soviel gesagt: es wird zusehends spannender.

Ich mag besonders die betonte Lässigkeit mit der hier Henry Cavill seine Rolle gestaltet. Wir kennen diese Art von ihm bereits aus anderen Filmen und zumindest ich schätze diese auch. Cavill hatte bisher in keinem seiner Filme wirklich die Chance, seine schauspielerischen Fähigkeiten auszureizen, auch hier bekommt er sie nicht, aber ehrlich gesagt, das gibt diese Rolle auch nicht her, also will ich hier nicht meckern. Ich wünsche mir aber für ihn eine Rolle, in der er auch mal andere Seiten von seinem Talent zeigen kann. Dass er das mit den Actionszenen drauf hat, zeigt er hier jedenfalls wieder ganz ausgiebig. Außerdem hat er auch bei den Ladies im Film ein Stein im Brett, das dürfte allerdings auch keinen überraschen. Insofern ist dies logischerweise eine Rolle, die Henry Cavill förmlich spielen muss.

Arnie Hammer, der bisher irgendwie an mir vorüber gegangen ist, überzeugt mich in seiner Rolle als russischer Agent doch insgesamt sehr. Ohne zu spoilern kann ich schreiben, dass er die Chance hat, sich an der ein oder anderen Stelle des Films auch etwas weicher oder verletzlicher zu zeigen, aber das bleibt natürlich auf sehr kurze Sequenzen beschränkt, immerhin ist das ja auch immer noch ein Agentenfilm. Seine kleinen Ausraster lassen den Zuschauer jedenfalls kurz hinter die Fassade blicken, des sonst so routinierten und kalten Agenten.

Alicia Vikander, die auch schon als Lara Croft ihren Auftritt hatte, kann in diesem Film natürlich nicht ganz so viel von ihrem Potential zeigen, aber man möchte sie hier insbesondere für die tollen Outfits und Frisuren knutschen, die wie die Faust aufs Auge passen, spielt die Story ja in den 60er Jahren. Alicia ist eine der Schauspielerinnen, die ich wegen ihrer tollen Mimik so gerne mag. Sie überzeugt mich auch in diesem Film und ja, der Plot-Twist kurz vor Ende, ist ganz klar das, was sie in diesem Film und in dieser Rolle auch verdient hat.

Zum Schluss möchte ich auf die Kamera, den Schnitt und die Musik eingehen. Die Kamera lässt uns wirklich in die Stimmung eines 90er Jahre Films eintauchen, dafür sorgen die Farben, sowie auch die gewisse Körnung. Der Schnitt ist meist recht zackig und lässt keine Längen zu. Besonders in den Actionszenen gibt es einige interessante Kamerafahrten, die man nicht so häufig in Filmen zu sehen bekommt, die aber spürbar bei mir die Spannung erhöht und das Interesse gefesselt haben. Zur Musik kann ich eigentlich nur sagen, dass sie für mich wirklich stimmig ist, sie passt schlicht und ergreifend perfekt. Sie tut natürlich auch ihren Teil dazu, dass ich beim Anschauen des Films ein richtiges Retrofeeling bekomme.

Fazit

Tolle Story, tolle Schauspieler, tolle Gags, tolle Action. Der Unterhaltung steht mit diesem Film nichts mehr im Wege. Einfach einschalten und genießen. Viel Spaß!

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