Demolition – Lieben und Leben – Filmkritik

Regie: Jean-Marc Vallee Erscheinungsjahr: 2015

Spoilerfrei!

Inhalt

Davis Mitchell (Jake Gyllenhaal) ist im Leben sehr erfolgreich: super Job, tolles Haus, schickes Auto. Dann haben er und seine Frau Julia (Heather Lind) einen Autounfall. Ihm passiert nichts, aber sie stirbt. Nun ist plötzlich also alles anders und er muss sein Leben irgendwie wieder in den Griff bekommen.

Kritik

Ich sag es vorab: nicht jeder wird diesen Film verstehen. Nicht jeder wird die Handlung und die Story an sich begreifen können, das sieht man an den Kritiken. Dennoch ist dieser Film ein kleines Meisterwerk. Oder vielleicht sogar ein großes.

Dass Jake Gyllenhaal ein grandioser Schauspieler ist, darüber müssen wir nicht diskutieren. Leider bekommt er nicht immer die Anerkennung, die ihm eigentlich gebührt. Die Rollen, die er wählt, sind so gut wie nie seichte Kost. Sie sind nicht oberflächlich sondern fast immer ziemlich tief gehend. So auch in diesem Film.

Er spielt hier im wahrsten Sinne die Hauptrolle, fast keine Szene, die ohne ihn auskommt. Was auch gut ist, so können wir pausenlos an seiner Entwicklung teilhaben und verlieren nie aus den Augen, was gerade geschieht.

Ich habe zu diesem Film oft negative Kritiken gelesen und merke dabei, dass, wie gesagt, nicht jeder verstehen kann, was hier los ist. Es geht natürlich um einen Mann, der den Tod seiner Frau betrauert. Aber wie er ihn betrauert, das ist offenbar vielen ein Rätsel. Wer jedoch selbst schon mal einen schlimmen Verlust erlitten hat, wird sich hier wieder finden: diese Gefühle der völligen Taubheit des ganzen Körpers, dass man weder etwas fühlen kann, noch will. Wenn er uns wissen lässt, dass er seine Frau gar nicht geliebt hat, dann bedeutet das nicht, dass er sie nicht geliebt hat, sondern dass diese Gefühle, dieser Schmerz nun so krass sind, dass er sie nicht fühlen können kann. Weil er sonst draufgehen würde. Im Verlauf sehen wir, wie er sich immer wieder in Erinnerungen wälzt, wie fast alles, was er ansieht, ihn eben an sie erinnert. Dass er sprichwörtlich alles niederreißt, was ihm in die Quere kommt, ist natürlich auch eine Metapher für seine verdrängten Gefühle, die er nicht spüren kann und will.

Die Szene beim Arzt ist ebenfalls so eine wunderbare Metapher. Sie erklärt aber auch, dass er sich lange Zeit nicht mit sich selbst beschäftigt hat, mit seinem eigentlichen Leben, abseits der ganzen Oberflächlichkeit, die ihn umgibt. Auch dies ist ein Punkt, der im Film bearbeitet wird: für den Hauptcharakter hat sich alles geändert, jetzt muss er sehen, was er daraus macht. Das alte Leben einfach weiterführen scheint unmöglich, zu viel ist passiert. Also muss er sich langsam aber sicher etwas Neues schaffen.

Fazit

Für mich ein ganz großer Film, der ganz stark von Jake Gyllenhaal getragen und verkörpert wird. Wie erwähnt, sicher kein Film für jedermann aber ein Film für solche, die sich mit der Story um den Verlust eines geliebten Menschen identifizieren können.

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