
Achtung Spoiler!
Regie: Denis Villeneuve Erscheinungsjahr: 2013
Inhalt
Adam ist ein Uni-Dozent und sein Leben ist unglaublich fad. Eines Tages sieht er seinen Doppelgänger in einem Film und möchte diesen unbedingt kennen lernen. Dieser hingegen möchte mit dieser Sache zunächst mal nichts zu tun haben.
Kritik
Was mir besonders gefiel an diesem Film war die Stimmung der Farben: alles war in einem bräunlichen Sepiaton gehalten, was eine interessante Atmosphäre erzeugt. Kamera, Musik, sowie Schnitte sind wirklich in gutem Einklang und tragen die Grundstimmung des Films gut.
Jake Gyllenhaal, der natürlich beide Hauptrollen spielt, hat das wieder mal richtig überzeugend gemacht. Man kann wirklich leicht in seine Gefühlswelten mit eintauchen und seine Gedanken förmlich hören. Für mich ein ganz faszinierender Schauspieler. Ich bewundere es außerdem, dass er sich an solche Filme herantraut, die wirklich sehr eindeutig abseits des Mainstreams liegen.
Melanie Laurent als Mary und Sarah Gadon als Helen haben mich beide ebenfalls überzeugt. Ich sehe gerne unbekannte Schauspieler und Schauspielerinnen in Filmen. Mary bleibt während dem ganzen Film sehr oberflächlich, was gut passt, da sie keine echte Rolle in Adams Leben zu spielen scheint. Helen hingegen hat eine größere Wichtigkeit, was auch im Film deutlich wird.
Interpretation
Ich interpretiere den Film so, dass die Ereignisse nicht in chronologischer Reihenfolge erzählt werden. Ein Mann begegnet sich selbst, aber im übertragenen Sinn. Im Film gibt es dazu mehrere Hinweise, zum Beispiel beim Gespräch mit seiner Mutter, als er sagt, er möge keine Heidelbeeren und sie ihm widerspricht. Besonders deutlich macht es aber das zerrissene Foto, das Adam in seiner Wohnung hat. Dieses befindet sich in Anthonys Wohnung als intaktes Foto und zeigt ihn und Helen. Der Film gibt definitiv wenig Erklärungshilfe, er schmeißt den Zuschauer einfach mitten hinein und lässt ihn teilhaben, mitfiebern, reißt ihn dann aber genauso schnell auch wieder heraus. Die immer wiederkehrende Spinne, sehe ich als Symbol dafür, dass Adam/Anthony seine dunkle Seite der Persönlichkeit und seines Lebens wahrnimmt und zwar immer deutlicher und deutlicher, deshalb wird die Spinne auch immer größer, bis sie am Ende gefühlt den ganzen Raum einnimmt.
Fazit
Definitiv keine seichte Abendunterhaltung. Der Film ist in jedem Fall ein Arthouse Film für Fortgeschrittene. Zuschauer, die bisher noch keinen Kontakt zu solch bedeutungsschweren Filmen mit allen möglichen Interpretationsrichtungen hatten, werden sich vielleicht etwas schwer tun. Mir hat er definitiv gefallen und ich werde ihn sicher wieder schauen.