
Regie: Jakob Lass Erscheinungsjahr: 2013
Unterschiede ziehen sich an…
Ich gebe es gerne zu: ich bin bei deutschen Filmen immer recht kritisch. Ehrlich, das was an deutschen Filmen so rausgehauen wird ist meist die ewig gleiche Platte an flachen Rom-Coms (für mich meist kaum zu ertragen…) oder depressiv bis es raucht. Geht das eigentlich anderen auch so? Naja.
Spontan entdeckte ich also den Film Love Steaks und würde überhaupt nur aufgrund der vielen Wettbewerbsbanner so richtig aufmerksam. Der Film hat durchaus den ein oder anderen Preis gewonnen, da wollte ich mehr wissen.
Im Film geht es um Clemens (Franz Rogowski) und Lara (Lana Cooper), die beide in einem Hotel arbeiten, sie in der Küche, er in der Massage. Clemens wird toll gespielt von Franz Rogowski, der durchaus von der Optik an Joaquin Phoenix erinnert. Er ist ein ganz naiver und schüchterner junger Mann, der alles richtig machen möchte und sich auch ein bisschen zu sehr von seiner neuen Bekannten Lara herumschubsen lässt. Sie ist sehr forsch, sehr offen, geht auf andere Menschen direkt zu und konfrontiert diese mit ihrer frechen Art.
Clemens ist offenbar eigentlich überfordert mit ihr, aber dennoch reizt ihn dieses Spiel mit dem Feuer. Sie dagegen genießt es, im Zentrum seiner Aufmerksamkeit zu stehen und über ihn bestimmen zu können. Im Verlauf des Films beobachten wir die Charakterentwicklung der beiden: er traut sich zusehends mehr, wird manchmal bestimmter und bringt sie dadurch in Situationen, die sie wiederum zu überfordern scheinen.
All das passiert im Setting des Hotels, ihres Arbeitsplatzes, in dem beide versuchen, ihre Zeiten des Sturm und Drang auszuleben ohne dabei größere Kollateralschäden zu verursachen.
Nicht mit dir und nicht ohne dich
Wir erleben mit den beiden Protagonisten nahezu ein einziges Hin und aber, ein Schieben und ein Ziehen und ja, es macht Spaß. Ich wollte den Film nur mal kurz anreißen und hab ihn dann ganz geschaut, weil ich unbedingt wissen wollte, was jetzt mit den zwei passieren wird, wohin sich die Story entwickelt.
Ich fand es außerdem interessant, dass nur die beiden professionelle Schauspieler sind, während die anderen einfach die tatsächlichen Angestellten des Betriebs sind und der Film auch im laufenden Betrieb gedreht wurde.
Es war für mich recht faszinierend, dass man das auch direkt im Film gemerkt hat. Es ist wirklich ein großer Unterschied zwischen den Profi-Schauspielern zu sehen und den „Normalos“. Die Schnitte empfand ich an einigen Stellen als etwas holprig, aber sicherlich war das so gedacht vom Regisseur, immerhin soll es kein Einheitsbrei-Spielfilm darstellen.
Fazit
Das war echt mal ein ganz anderer Film als das was man sonst so vorgesetzt bekommt: er hatte viel Authentizität, viel Gefühl, viele spannende und alberne und ernsthafte Momente. Bitte mehr davon. Danke.