Brothers – Filmkritik

Regie: Jim Sheridan Erscheinungsjahr: 2009

Die Irrungen, Wirrungen des Krieges…

Sam (Tobey Maguire) ist ein Captain der US Armee und er muss (und möchte) nach Afghanistan, von wo er gerade erst zurückgekehrt ist. Begeisterung ist anders in der Familie, aber was muss, das muss und Sam ist sich sicher, dass er schon am Geburtstag der älteren Tochter wieder zurück sein wird. Aber ganz so kommt es dann natürlich doch nicht.

„Bruder vor Luder“ oder wie war das…?

Sam ist also wieder in Afghanistan, sein Bruder Tommy (Jake Gyllenhaal) gerade aus dem Gefängnis entlassen, da kommt die Nachricht, dass Sam im Krieg getötet wurde. Katastrophenstimmung bei Frau und Kindern, Bruder und Eltern. Es findet eine Beerdigung statt, alle versuchen, irgendwie klarzukommen.

Tommy möchte jetzt endlich sein Leben in den Griff kriegen, was ihm zunächst schwer fällt nach dieser krassen Nachricht, aber recht schnell wandelt er seine Energie in Positives um und kümmert sich rührend um seine Nichten, renoviert die Küche der Schwägerin mit ein paar Kumpels. Es dauert natürlich nicht allzu lange, bis Tommy und Grace (Natalie Portman) eine ganz zarte Bande knüpfen. Natürlich teils aus den extremen Gefühlen der Trauer heraus, aber auch aus einer gewissen Zuneigung heraus, da Tommy sich echt als perfekter Vater (-Ersatz) mausert.

Dann aber kommt die zweite Schocknachricht: Sam lebt und er kommt nach Hause. Aber der Alte ist er wirklich nicht. Er ist von seinen Erlebnissen gezeichnet und psychisch völlig im Eimer. Tobey Maguire reißt hier schauspielerisch total die Hütte ab: Er spielt so gut, so authentisch, dass man es teilweise mit der Angst bekommt. Unterstützt wird das noch dadurch, dass in vielen Szenen absolute Stille herrscht, es gibt keine musikalische Untermalung, die ansonsten übrigens echt gut gelungen ist. Aber in vielen Szenen lässt uns der Regisseur mit der Intensität der gesprochenen und umgesprochenen Worte ganz alleine.

Auf die größere der Töchter (Bailee Madison) liefert eine beeindruckende Leistung ab, ich fühlte mich stellenweise wirklich von ihrer Authentizität ergriffen und gerührt, wirklich toll.

Ich rate jedem, diesen Film mal anzuschauen, er ist einfach toll. Viel Spaß beim Anschauen!

Hinterlasse einen Kommentar