Brokeback Mountain – Filmkritik

Regie: Ang Lee Erscheinungsjahr: 2005

Liebe lieber nicht

Brokeback Mountain erzählt die Geschichte zweier Cowboys, die sich beim Schafehüten kennen lernen und sich ineinander verlieben. Leider sind es die 60er Jahre und sie befinden sich noch dazu in den Südstaaten der USA, also denkbar schlecht als Ausgangslage. Beide sind eigentlich anderweitig liiert, Ennis (Heath Ledger) hat sogar eine Verlobte, die er dann auch heiratet. Aber ihre Herzen haben die zwei Männer sich definitiv gegenseitig geschenkt. Sie versuchen, die Fassade zu wahren, bleiben in ihren heterosexuellen Partnerschaften und treffen sich nur ganz selten, um gemeinsame Zeit miteinander zu verbringen. Für verliebte Menschen, und jeder wird das kennen, ist das eine ziemliche, fast unmöglich auszuhaltende, Zerreißprobe.

Während Ennis es schafft seine Gefühle irgendwie unter der Oberfläche zu halten, ist Jack (Jake Gyllenhaal) da wesentlich fatalistischer. Immer wieder versucht er Ennis von einem gemeinsamen Leben zu überzeugen, denn er leidet furchtbar unter der Situation.

Denn was nicht sein darf, ist auch nicht

Ich habe Brokeback Mountain zum ersten Mal mit etwa 19 Jahren gesehen. Zunächst hatte ich mich nur dafür interessiert, weil Heath Ledger und Jake Gyllenhaal in dem Film die Hauptrollen haben und beide gehören zu meinen Lieblingsschauspielern.

Dass mich der Film und die Geschichte dermaßen ergreifen würde, und das tun sie heute noch, egal wie oft ich den Film inzwischen gesehen habe, hatte ich aber nicht erwartet. Der Regisseur schafft es mit den beiden Schauspielern gemeinsam eine Stimmung zu erzeugen, die mich einfach völlig in den Film hineinzieht. Dies gelingt durch die Stimmung der Bilder, den perfekt abgestimmten Soundtrack und natürlich besonders auch durch das authentische Spiel von Heath und Jake.

Das Thema des Films, nämlich die Liebe der beiden zueinander, die aber nicht sein darf und daher beide in schwere Krisen stürzt, ist heute nach wie vor noch so aktuell wie damals. Der Film ist inzwischen schon 15 Jahre alt und dennoch so brandaktuell, dass er sicher auch heute noch Diskussionen und sehr unterschiedliche Reaktionen auslösen würde, da bin ich mir sicher. Dass Brokeback Mountain damals nicht den Oscar für den Besten Film erhalten hat, ist für mich heute noch ein Skandal. Wenn man sich den Abschnitt bei Wikipedia zur Debatte um den Film in den USA durchliest, fällt einem nach wie vor die Kinnlade herunter. Es zeigt, wie viel Weg noch vor uns liegt, bis irgendwann alle Menschen auf der Welt lieben dürfen wen (und wie und wann und… überhaupt) sie wollen. Insofern begrüße ich es auch, dass zwei ansonsten heterosexuelle Schauspieler diesen Schritt gegangen sind, ein homosexuelles Liebespaar zu spielen. Denn auch das ist Teil der Freiheit, die ich mir für diese Welt wünsche.

Fazit

Für mich ist Brokeback Mountain bisher die schönste, bewegendste und auch traurigste Liebesgeschichte aller Zeiten. Ich bin froh und dankbar, dass es diesen Film gibt. Klingt kitschig und vielleicht übertrieben, aber das ist es nicht. Wirklich. Schaut ihn euch an.

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