Two Lovers – Filmkritik

Regie: James Gray Erscheinungsjahr: 2008

Ein Mann zwischen zwei Frauen

Leonard (Joaquín Phoenix) ist ein labiler Loser in seinen 30ern. Nachdem seine Hochzeit geplatzt ist, versucht er sich umzubringen, was allerdings scheitert. Als er aus der Klinik entlassen wird, zieht er wieder bei seinen Eltern ein. Die haben die Idee ihn mit Sandra (Vinessa Shaw) zu verkuppeln, was zunächst auch gut anläuft, aber dann trifft er Michelle (Gwyneth Paltrow), die erst kürzlich ins gleiche Haus eingezogen ist. Sie versprüht einen gänzlich anderen Charme als Sandra, sie ist ebenso „fucked up“ wie Leonard und dieser fühlt sich sehr zu ihr hingezogen und möchte sie erobern. Dass sie eigentlich einen Freund hat, der aber anderweitig verheiratet ist und ein Kind hat, lässt ihn eher kalt. Er versucht, Michelle dennoch für sich zu gewinnen, auch mit unfairen Methoden.

I love you so much

Two Lovers ist ein Liebesdrama. Ein sehr Erwachsenes dabei. Weit ab von jeglichen Mainstream Rom-Coms zeigt es echte Gefühle, natürlich großartig transportiert vor allem durch Joaquin Phoenix und Gwyneth Paltrow. Two Lovers zeigt für mich eine Liebesgeschichte wie sie so nahezu überall jederzeit passieren kann. Stark finde ich, dass der männliche Protagonist dabei sehr viele Schwächen hat, er ist anhänglich, er verschenkt sein Herz obwohl er selbst schon fühlt, dass ihn dies zerstören könnte. Dennoch ist er bereit, alles dafür zu geben. Und dann natürlich die Protagonistin, die sich zwar unabhängig und stark gibt, in Wahrheit aber eben eine ganz schwache Persönlichkeit ist, die mit sehr realen Situationen und Gefühlen konfrontiert wird und mit ihnen umgehen muss, dabei aber laufend fragwürdige Entscheidungen trifft.

Das Ende des Films hat mich tatsächlich fast etwas überrascht, obwohl es gleichzeitig fast schon vorhersehbar war. Ich möchte es an dieser Stelle nicht spoilern, nur so viel: diese Geschichte hätte sicher eine Million mögliche Enden haben können. Welche der Regisseur beziehungsweise der Drehbuchautor wählt ist dabei sicherlich einer der recht konservativen und dennoch bleibt hier noch Raum zur Interpretation. Eine ziemlicher Geniestreich also.

Fazit

Für mich ein toller Arthousefilm, der eine echte, authentische Liebesgeschichte zeigt, fernab von jeglichem Kitsch.

Hinterlasse einen Kommentar