
Regie: Dan Gilroy Erscheinungsjahr: 2014
I don’t employ thieves. And you’re a thief.
Lou Bloom (Jake Gyllenhaal) hat keinen Job, eine mickrige Wohnung und ein klappriges Auto. Er ist irgendwie seltsam und irgendwie auch sympathisch. Nachdem er zufällig einen Typ beobachtet, der einen Unfall filmt und herausfindet, dass dieser das Videomaterial an Nachrichtensender verhökert, fühlt er sich berufen, das auch zu tun. Er besorgt sich eine Kamera und ein Funkgerät und verbringt die Nächte auf den Straßen von Los Angeles, hört den Polizeifunk ab und versucht ebenso, Filmmaterial von Unfällen, Polizei- und Feuerwehreinsätzen zu machen. Er wird mit der Zeit immer besser, beschafft immer krasseres Material und irgendwann gelingt ihm sein größter Coup.
Während seiner Arbeit fühlt Lou sich als Künstler, er experimentiert mit Kamerawinkeln herum, um die beste Aufnahme zu machen, die er erreichen kann. Gesetze und vor allem Empathie spielen für ihn kaum eine Rolle.
I would never ask you to do anything that I wouldn’t do myself.
Bald schon heuert er einen Praktikanten an, dem er immer mal wieder versichert, dass er nichts von ihm verlangen würde, was er nicht auch selbst tun würde. Graue Theorie. In Wahrheit verliert er schnell jegliches Sicherheitsbewusstsein und bringt sich und seinen Praktikant dauernd in gefährliche Situationen.
Nightcrawler ist ein Film, den ich mir ein Weile aufgehoben hatte, ich wollte ihn als ein Highlight schauen, da er von vielen Seiten sehr gelobt wird. Und ich kann nur sagen: zu recht. Der Film ist einer meiner Top 5 Filme aller Zeiten, er ist spannend, er ist fesselnd, er stimmt einen nachdenklich, traurig, er macht Angst, er lässt uns tief in die Seele eines Soziopathen blicken, der uns gleichzeitig fasziniert und abschreckt. Jake Gyllenhaal sagte in einem Interview, dass dies die Rolle sei, die er in seiner Karriere am liebsten gespielt habe und das merkt man im Film auch total. Obwohl wir eigentlich nichts über Lou‘s Hintergründe erfahren, erfasst uns dieser Charakter mit voller Wucht und lässt uns nicht los. Jake sagte, er habe für den Film etwa 15 Kilo abgenommen, denn er wollte bildlich darstellen, dass dieser Typ hungrig ist, aber nicht nur im physischen Sinne, sondern vor allem auch geistig. Das spürt man auch richtig während dem Filmschauen, dieser Typ hat Hunger.
Lou Bloom findet auf einem ähnlichen Blatt statt wie etwa Joe Goldberg aus der Netflix-Serie „You“, nur hundert mal intensiver, hundert mal angsteinflößender, hundert mal faszinierender.
Fazit
Ich habe inzwischen die meisten Filme mit Jake Gyllenhaal gesehen und kann sagen, dieser Film platziert sich definitiv ganz weit oben in der Hitliste seiner besten Performances.