Walk the Line – Filmkritik

Regie: James Mangold Erscheinungsjahr: 2005

I fell in to a burning ring of fire…

Walk the Line erzählt uns einen Teil von Johnny Cashs (Joaquin Phoenix) Leben. Wie er den Weg nach oben schaffte, von einem kleinen Farmerjungen zur ganz großen Nummer. Dieser Weg ist gesäumt von Stolpersteinen, die größer kaum sein könnten.

Johnny wächst in armen Verhältnissen auf, sein Vater trinkt und die Mutter versucht händeringend die Familie zusammenzuhalten. Neben den kleineren im Alltag des Jungen, passiert die erste größere Katastrophe schon als Johnny gerade mal 12 Jahre alt ist. Sein Bruder stirbt bei einem Unfall mit einer Kreissäge. Johnny wird vom Vater für diesen Unfall verantwortlich gemacht, obwohl er natürlich keinerlei Schuld daran hat. Doch dieses Erlebnis prägt ihn für den Rest seines Lebens.

Johnny versucht sich an einem gutbürgerlichen Leben als Ehemann und Ernährer einer Familie. Doch die Ehe hat viele Schwierigkeiten und ein besonderes Problem für seine erste Frau ist seine Liebe zur Musik. Obwohl Johnny es schafft, mehr oder weniger durch viel Glück aber natürlich auch durch sein unbestrittenes Talent, mit seiner Musik groß raus zu kommen, ist sie einfach immer unzufrieden mit allem. Die beiden sind wohl einfach nicht füreinander gemacht und noch dazu zu früh und zu schnell zusammen gekommen. Sicherlich ein Phänomen dieser Zeit.

I‘m going to Jackson

Johnny Cash ist also inzwischen eine ganz große Nummer und dennoch hat er quasi nur Probleme: er ist drogenabhängig und hat sein Herz an eine andere Frau (Reese Witherspoon) verschenkt, die ihn zwar will, aber nicht wollen kann und darf. Große Teile des Films widmen sich der Musik von Johnny. Diese an sich ist natürlich schon ein Riesen Argument, den Film anzuschauen. Aber auch die Darbietung von Joaquín Phoenix, der für diesen Film extra Singen und Gitarrespielen gelernt hat, ist ein wahres Wunder. Walk the Line war der erste Film mit Joaquin Phoenix den ich überhaupt jemals gesehen habe. Und auch wenn ich ihn heute wieder anschaue, habe ich den Eindruck, das ist der echte Johnny Cash, der da singt und spielt und performt. Einfach der pure Wahnsinn.

Soweit ich mich erinnere war dieser Film auch der erste mit Reese Witherspoon den ich gesehen habe. Auch von ihr bin ich über die Maßen angetan. Auch sie singt und performt selbst im Film und das ist ganz großes Kino. Noch dazu haben die beiden Schauspieler eine ganz wunderbare Chemie miteinander. In diesem Film stimmt einfach alles. Dem Regisseur gelingt sogar der Kunstgriff, dass wir uns mit dem Vater von Johnny am Ende des Films irgendwie versöhnt fühlen, obwohl wir ihn quasi eine Stunde und fünfundvierzig Minuten lang auf den Tod nicht ausstehen konnten. Für mich wie gesagt ganz großes Kino, ein Film den ich über die letzten 15 Jahre seit Erscheinen immer wieder angesehen habe und immer wieder gut finde.

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