Donnie Darko – Filmkritik und Interpretation

Regie: Richard Kelly Erscheinungsjahr: 2001

Das Leben hat mehr als nur zwei Facetten

Donnie Darko (Jake Gyllenhaal) ist ein Teenager, der mit seinen beiden Schwestern und den Eltern in einer amerikanischen Kleinstadt lebt. Er hat psychische Probleme und befindet sich deshalb in Behandlung und nimmt Medikamente. Dennoch hat er eines Nachts eine Erscheinung: ein recht seltsamer Hase bringt ihn dazu, das Haus zu verlassen und er erwacht auf einem Golfplatz. Als er nach Hause zurückkommt stellt er fest, dass er nur aufgrund seiner Abwesenheit nicht von einem Flugzeugteil getötet wurde, das ins Haus gestürzt war.

Donnie hat daraufhin weitere Halluzinationen vom Hasen „Frank“ der ihn dazu bringt, verschiedene Dinge zu tun, zum Beispiel einen Wasserrohrbruch in der Schule zu verursachen oder ein Haus in Brand zu stecken. Frank kündigt ihm außerdem an, dass Ende des Monats die Welt untergehen werde.

The dreams in which I‘m dying are the best I‘ve ever had…

Aus meiner Sicht werden im Film mehrere Themen besprochen. Antworten liefert der Film allerdings quasi überhaupt keine, aber das ist ok. Er entlässt uns mit vielen Fragen, über die man nachdenken kann. Zum Einen geht es darum, wie sich ein Teenagerleben anfühlen kann: Wie verloren und verlassen man sich in dieser Zeit fühlen kann und vor allem, wie weit weg die Erwachsenen von den Teenagern tatsächlich sind. Obwohl sie meinen, dass sie genau wüssten, worum sich Jugendliche Sorgen machen und was sie beschäftigt, zeigt der Film, dass das Gegenteil der Fall ist: die Erwachsenen predigen Wasser und saufen Wein, einerseits. Andererseits haben sie selbst extrem verschobene Ansichten, die einfach nicht in die Lebenswirklichkeit eines Teenagers passen. Besonders im Sinn geblieben ist mir dabei die Szene in der die Jugendlichen Karten mit kurzen Texten ausgehändigt bekommen und diese entweder zu Angst oder Liebe zuordnen sollen. Donnie wehrt sich und sagt zu recht, dass man das Leben nicht nur in zwei Kategorien einsortieren kann und erhält dafür einen Verweis. Außerdem geht es in Donnie Darko auch um Zeitreisen. Ein Thema, das Donnie auch ganz offen im Film anspricht und sich damit beschäftigt. Donnies Verdacht ist, dass es sich bei Frank um einen Zeitreisenden handeln könnte. Zu guter Letzt wird auch noch die Idee eines Paralleluniversums eingeflochten. Nach langem Überlegen scheint mir die Erklärung, dass die Handlungen des Films in einem Paralleluniversums stattfinden insgesamt am plausibelsten. Meine Recherche ergab, dass auch der Regisseur bestätigte, dass dies eine der möglichen Auslegungen des Films ist.

Ich habe den Film zweimal gesehen. Beim ersten Mal war ich viel zu jung mit gerade mal 15 Jahren, um überhaupt nur annähernd zu verstehen, was dieser Film dem Zuschauer vermitteln wollen könnte. Ich fand den Hasen einfach ziemlich gruselig. Als ich den Film kürzlich wieder ansah, fand ich den immer noch recht gruselig, aber andere Aspekte haben mich viel mehr gegruselt: Vor allem wie mit den Jugendlichen umgegangen wird. Wie weit entfernt Erwachsene von ihnen sind und wie sehr sie eigentlich mit allem was sie erleben, fühlen und denken in der Luft hängen. Donnie Darko ist das erste Werk des Regisseurs und an dieser Stelle einfach mal Hut ab für ihn. Einen Film mit so interessanten und tiefgründigen Ideen und Gedanken abzuliefern gelingt nicht jedem. Was ich wirklich mag ist, dass der Film den Zuschauer einfach staunend und sich wundernd zurücklässt, ihm keine Antworten anbietet. Ein Kollege, der den Film unlängst gesehen hatte, meinte dazu nur: „Das war krank, völlig krank.“ Und ja, das stimmt. Aber auf eine gute Art. Für alle Fans von Jake Gyllenhaal ist dieser Film ein absoluter Must-See. Er reißt sprichwörtlich die Hütte ab und stellt seinen Charakter so glaubhaft dar, dass man sich nur wundern kann, wie er das geschafft hat. Eine mögliche Erklärung ist, dass Jake sich in dem Script des Films wiedererkannt hat, wie er in einem Interview sagte. Er erklärte, dass er sich mit diesem Charakter sehr identifizieren konnte, da er diese düstere Stimmung als Jugendlicher auch von sich kennt. Das finde ich wiederum sehr sympathisch. Und ach ja: Jake ist eh einer der besten Schauspieler dieser Zeit.

Wie man es auch dreht und wendet, der Film ist spannend und interessant und regt zum Nachdenken an. Obwohl der Film in den USA im Kino floppte und in Deutschland direkt auf DVD herauskam, ist er inzwischen zum Kult-Film avanciert und ehrlich, er gehört einfach in jede gut sortierte DVD Sammlung. Viel Spaß beim Anschauen.

2 Kommentare zu „Donnie Darko – Filmkritik und Interpretation

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s