Selfless – Filmkritik

Regie: Tarsem Singh Erscheinungsjahr: 2015

Körpertausch

Damian (Ben Kingsley/Ryan Reynolds) ist ein alter Mann, der an einer tödlichen Krankheit leidet. Lange Zeit bleibt ihm nicht, aber er ist so von sich eingenommen, dass er das Angebot einer Firma annimmt, seinen Geist in einen neuen Körper zu transferieren. Alles wirkt sehr clean im Labor des Dr. Albright. Dieser versichert ihm, dass das Verfahren zwar neuartig, aber absolut sicher ist. Er müsse lediglich sterben, dann wird er in einen neuen Körper überführt, der im Labor extra gezüchtet wurde. Damian ist zunächst nicht ganz überzeugt, aber der Druck seiner voranschreitenden Erkrankung bringt ihn schließlich dazu, diesen Schritt zu gehen. Immerhin ist er sich selbst der Nächste und möchte noch viele große Dinge schaffen in seinem Leben.

Der ganze Zauber funktioniert, Damian stirbt und wacht in seinem neuen Körper auf. Laut Anweisung seines Arztes muss er nun in regelmäßigen Abständen Tabletten einnehmen, damit die Nebenwirkungen des Eingriffs gedämmt werden. Dr. Albright verspricht ihm, das dies nur ein vorübergehendes Phänomen ist und alsbald ausbleiben wird und Damian wieder voll einsatzfähig sein wird. Die Nebenwirkungen äußern sich in wiederkehrenden Halluzinationen von einer Frau und einem Kind. Inzwischen beginnt Damian als Edward Kidner sein neues altes Leben. Er zieht nach New Orleans und lebt dort ein angenehmes Leben. Er freundet sich recht schnell mit seinem Nachbarn Anton an und die beiden sind bald beste Freunde. Damian ist soweit zufrieden mit dem Ergebnis des Körperwechsels. Da die Halluzinationen allerdings immer die gleichen beiden Personen zeigen, wird Damian irgendwann misstrauisch und sucht Dr. Albright in seinem Labor auf. Dieser versucht ihn wieder zu beruhigen, aber Damian bleibt skeptisch.

Im Körper eines Anderen

Während die erste Hälfte des Films noch recht langsam und bedächtig erzählt wird, legt der Film in der zweiten Hälfte enorm an Tempo zu. Die Ereignisse überschlagen sich förmlich. Damian wird zunächst von Ben Kingsley verkörpert und später von Ryan Reynolds. Während die erste Hälfte eher ein Drama ist, entwickelt sich der Film später mehr zu einem Actionfilm mit rasanten Schnitten, Schießereien und Autoverfolgungsjagden. Während des Verlaufs beobachtet man sehr gut die Charakterentwicklung beim Protagonisten Damian. Er ist erst völlig von sich überzeugt und eingenommen, er fühlt sich als der größte und wichtigste Mensch in seinem Universum. Später wird er zusehends von den Ereignissen berührt und mitgenommen und erkennt den eigentlichen Wert eines und seines Lebens. Wollte er zu Anfang noch unbedingt sein eigenes Leben weiterführen, so stellt er bald fest, dass manche Dinge einen hohen und vielleicht auch zu hohen Preis haben. Er kämpft mit sich und mit dem, was er entschieden hat.

Ryan Reynolds liefert hier in Selfless so gut ab, es ist eine wahre Pracht. Man kann ihm den „Struggle“ seines Charakters zu jeder Zeit von der Mimik ablesen. Die Nebenfiguren von der Frau Maggie, toll gespielt von Natalie Martinez, und des Mädchens Anna, gespielt von Jayne- Lynn Kinchen, habe genau den richtigen Anteil im Film. Sie sind Nebenfiguren und dennoch kriegen wir genug von ihnen mit, um Damians weitere Entscheidungen nachvollziehen zu können. Ja, einige Szenen haben mich auch fast zu Tränen gerührt.

Selfless ist ein kleines Meisterwerk, das eigentlich viel zu wenig Beachtung erfährt, stellt es doch interessante und wichtige Fragen nach dem Leben, dessen Wert und Sinn und gibt durchaus auch einige Antworten mit auf den Weg.

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